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Über die Teufelsstiege auf den Finckenfang

Heute ist alles anders. Das Ding mit dem C hat uns nun schon fast ein halbes Jahr im Griff. So lange gab es nun auch schon kein Wandervögel-Event mehr. Endlich können wir einen neuen Anlauf wagen. Treffpunkt ist diesmal nicht in Niedersedlitz. Damit wir nicht so lange Zeit als Gruppe in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, treffen wir uns diesmal direkt am Start - dem Gänselieselbrunnen in Kreischa. Dass der Startpunkt heute auch das Ziel der Tour sein soll, ist ebenfalls eher ungewöhnlich.

Um 9:15 Uhr haben sich 24 Wanderfreunde am Brunnen versammelt. Dann kann es losgehen. Wir gehen in Richtung Kreisverkehr am Haußmannplatz. Dabei kommen wir am in neuem Glanz wiedererstandenen Erbgericht vorbei, dem wir kurz unsere Aufmerksamkeit widmen. Vom Kreisverkehr ziehen wir zunächst in Richtung Lungkwitz, biegen dann aber kurz danach rechts in die Schulgasse ab. Nach einigen Schritten bergan wenden wir uns bei erster Gelegenheit nach links. Am Ende der Gasse halten wir uns kurz links um gleich danach rechts entlang der Friedhofsmauer weiter bergwärts zu wandern. So verlassen wir den Ort Kreischa und lassen dabei den immer weiter reichenden Blick auf uns wirken. Nach etwa 1,5 km tauchen wir ganz in den Wald ein. Noch 350 m weiter teilt sich der Weg. Dort halten wir uns links und gehen im Tal hinauf. Als wir eine große Wegkreuzung erreichen, wenden wir uns nach links. Jetzt sind es noch 300 m, dann haben wir die ersten 200 Höhenmeter locker bewältigt. An der Waldecke mit integriertem Rastplatz treten wir endgültig aus dem Unterholz heraus. Auf dem Kamm des Höhenzuges eröffnet sich ein außerordentlich schöner Rundblick in die Umgebung. Dieser Ort lädt uns geradezu zum Verweilen ein. Das ist eine gute Gelegenheit, die Rucksäcke aufzureißen und sich dem zweiten Frühstück zu hinzugeben. Natürlich haben sich die Wanderfreunde nach der erzwungenen Abstinenz von der geselligen Runde auch jede Menge zu erzählen. Und da die Wanderleiter durch organisatorische Zwänge, die die vorher kaum für möglich gehaltenen Wirtshausbesuche mit sich bringen, ein Loch im Zeitplan hatten, fiel die Rast heute mal etwas länger aus. Das ist natürlich gleich eine gute Gelegenheit, das Wiedersehen auch mit einem Fingerhut voll geistigem Getränk zu begehen.

Nach knapp 45 min setzen wir uns wieder in Bewegung. Vorbei an der ehemaligen Wilischbaude ziehen wir weiter bergwärts. Nachdem wir die zwei Einfahrten in den alten Steinbruch passiert haben, nehmen wir den in einem Rechtsbogen verlaufenden Pfad auf den Gipfel. Oben an der schon leicht geneigten Gradmessungssäule ist die Aussicht natürlich noch ein Bisschen besser als vorher am Rastplatz. Für einige Minuten und einige Fotos bleiben wir noch hier oben. Dann stürmt eine weitere Truppe den Berg, und wir machen uns wieder auf die Socken. Nach knapp 45 min setzen wir uns wieder in Bewegung. Vorbei an der ehemaligen Wilischbaude ziehen wir weiter bergwärts. Nachdem wir die zwei Einfahrten in den alten Steinbruch passiert haben, nehmen wir den in einem Rechtsbogen verlaufenden Pfad auf den Gipfel. Oben an der schon leicht geneigten Gradmessungssäule ist die Aussicht natürlich noch ein Bisschen besser als vorher am Rastplatz. Für einige Minuten und einige Fotos bleiben wir noch hier oben. Dann stürmt eine weitere Truppe den Berg, und wir machen uns wieder auf die Socken.

Vorbei an der Vermessungssäule verlassen wir den Gipfel nach hinten. Jetzt geht es ziemlich steil bergab. Nach 400 m erreichen wir dann an einer Kreuzung einen breiteren Weg. Wir biegen aber gleich wieder nach rechts ab. Dieser Weg führt weiter den Berg hinunter. Noch einmal 400 m weiter stoßen wir auf einen breiten Forstweg, auf den wir nach rechts einbiegen. Nachdem wir die große Lichtung auf der rechten Seite passiert haben, überqueren wir vor einer Linkskurve den Wilischbach. Gleich hinter der Brücke zweigt links ein schmaler Pfad nach links ab. Beim Durchzählen der Truppe fällt dem Wanderleiter auf, dass mehrere Sportfreunde und sogar Frau Wanderleiterin abgängig sind. Nach Augenzeugenberichten sollen die Zweige des Unterholzes am Wegesrand hinter ihnen zusammengeschlagen sein. Das nährt natürlich sofort ernsthafte Sorgen um die Umsetzung des aufwändigen Hygienekonzeptes für die heutige Wanderung. Was ist, wenn der Abstand im Dickicht schwindet? Der Wanderleiter mag es sich nicht ausmalen und stoppt erstmal die Karawane. Die Wartezeit befeuert natürlich wieder das Schwatzen, das dann ziemlich lange andauert, ohne dass wir uns einen Meter bewegen.

Nach knapp einer halben Stunde beginnen wir uns dann doch wieder zu bewegen. Wir nehmen den Pfad entlang des Wilischbaches. Durch das romantisch wirkende Tal ziehen wir die nächsten eineinhalb Kilometer bergab. Dies gestaltet sich nicht ganz ungefährlich. Unterwegs treffen wir auf Riesenschlangen und weitere Herausforderungen. Deshalb sind wir froh, an der Mündung des Baches in den sicheren Garten der Teufelsmühle einrücken zu können. Hier werden wir erwartet. Gelegenheit für ein kühles Bierchen, das wir uns einzeln direkt an der Theke abholen. Natürlich bietet das auch Gelegenheit, die traumatischen Erlebnisse aus Tal durch Gesprächstherapie zu verarbeiten. Wir benötigen dafür an die 90 min.

Irgendwann geht's dann doch weiter. Der Weg führt uns zurück über die Lockwitzbachbrücke. Am Parkplatz vor dem Wald biegen wir rechts ab und folgen dem Weg parallel zum Lockwitzbach. Etwa 350 m ist dieser Weg sehr beschaulich und bequem zu begehen. Dann ändert sich die Sachlage unvermittelt. Halblinks führen Stufen den Hang hinauf. Der gemeine Mitwanderer wittert da eine Schikane des Wanderleiters. Aber weit gefehlt. Der im Tal verlaufende Weg ist nur wenige Meter weiter nicht mehr passierbar. Deshalb müssen wir uns wohl oder übel die Teufelsstiege hinauf quälen. Wir schaffen das! Oben erwartet uns dann eine etwas unübersichtliche Situation. Es sieht nach einem Kettensägenmassaker an diversen Bäumen aus. Jetzt hilft nur, geradeaus einen Zielpunkt zu fixieren und sich dorthin durch die Berge von Ästen durchzuschlagen. Ein Stück weiter führt der Weg dann allmählich wieder talwärts. Nachdem wir einen kleinen Bach überquert haben, gelangen wir erneut ans Ufer des Lockwitzbaches. Diesem folgen wir dann, bis wir neben einer Brücke die Straße erreichen. Uns nach rechts wendend überqueren wir die Brücke und verlassen die Straße gleich danach links auf einem als Wanderweg markierten Pfad. Über einen kleinen Rücken gelangen wir an eine Wiese. Dem Wiesenrand folgend erreichen wir bald darauf die Straße nach Hausdorf. Hier wenden wir uns nach links. Wenige Meter weiter entdecken wir rechts eine kleine Brücke, über die wir wieder in den Wald gelangen. Schon bald weist uns ein Wegweiser die Richtung nach rechts in die Kroatenschlucht. Jetzt geht es wieder bergan. Zunächst befinden wir uns noch im dichten Wald. Als wir uns dem Waldrand nähern, ist der Weg durch einen Weidezaun abgesperrt. Wir mühen uns deshalb nach rechts die kleine Böschung hinauf und gehen oben auf der Wiese weiter das kleine Tal hinauf. Langsam weitet sich der Blick ins Land. Weiter oben stoßen wir auf einen Weg, dem wir nach links folgen. So gelangen wir in der Nähe einer Wohnanlage an die Straße. Die Straße gehen wir noch einige Meter bergan bis zur höchsten Stelle. Dort ist die Böschung auf der linken Straßenseite nicht mehr so hoch, sodass wir sie einfach überwinden können. Wir machen einen Bogen links um den Wasserbehälter und steuern dann auf den höchsten Punkt der vor uns liegenden Wiese zu. Wir befinden uns nun auf dem Finckenfang. Der Name dieser Anhöhe geht zurück auf den preußischen General von Finck, der im Gefecht von Maxen am 21. November 1759 gefangen genommen wurde. Ein ganzes preußisches Armeekorps von über 14.000 Mann und 550 Offizieren, darunter 9 Generäle mussten sich den übermächtigen Österreichern unter General Feldmarschall Graf von Daun ergeben. Für uns ist an diesem Ort jedoch wesentlich, dass wir von hier oben einen atemberaubenden Rundblick in alle Richtungen haben. Das gibt eine gute Gelegenheit zum Innehalten. Bei diesem Panorama ist das ein optischer Genuss. Den Genuss am Gaumen verweht beinahe der Wind, der seit unserer Ankunft auf der Anhöhe mit beachtlicher Kraft bläst. Der Eierlikör landet beim ersten Versuch statt im Waffelbecher auf der Bluse von Frau Wanderleiterin.

Die Tour setzen wir danach auf dem Weg entlang der Baumreihe in Richtung der Stallanlagen fort. Dort wenden wir uns nach rechts, gehen bis zur Straße und biegen nach links in diese ein. Am Heimatmuseum im Ort halten wir uns rechts. Jetzt sind es nur noch wenige Schritte bis zum Gasthof Maxen. Hier lassen wir uns im Biergarten nieder. Das Wildschwein dreht sich schon am Spieß, und nach dem ersten Getränk stellt sich eigentlich nur noch die Frage: Essen wir heute Wildschwein oder essen wir heute Wildschwein? Fast alle entscheiden sich übrigens für Wildschwein.

Nach fast zwei Stunden machen wir uns wieder auf die Socken. Vom Gasthof geht es zurück zum Heimatmuseum und geradeaus weiter die Maxener Straße entlang. Wir verlassen Maxen im Abendlicht auf einer Obstbaumallee. Einen halben Kilometer hinter dem Ort halten wir uns an einer Gabelung rechts. Auf dem Weg ziehen wir weiter und gelangen in der Nähe eines Reiterhofes.an die Straße zwischen Lungkwitz und Wittgensdorf. Wir überqueren die Straße, gehen ein paar Schritte nach rechts um gleich nach dem Grundstück links dem Weg bergan zu folgen. Am Ende des Zaunes biegen wir auf den Pfad nach links ab. Der Pfad verläuft am Hang des Eichberges. An der nächsten Wegkreuzung gehen wir geradeaus weiter. In der Folge schlagen wir uns bergab durchs Unterholz. Nachdem wir erneut den Hang gequert haben, erreichen wir einen breiteren Hangweg, einen Teil der Lungkwitzer Promenaden. Diese Wege waren Bestandteil einer parkähnlichen Anlage am Lungkwitzer Hang, den die hiesigen Rittergutsbesitzer anlegen ließen. Diese Anlagen rund um das Stiftsgut luden einst mit ihren Ruhebänken zum Verweilen ein. Da es Zeit wird, dass sich die auseinander gezogene Truppe wieder sammelt, verweilen auch wir einen Moment, bevor wir zusammen nach rechts weitergehen. Nach 250 m auf dem Promenadenweg verlassen wir diesen nach links gehen hinunter zum Lockwitzbach. Über die Brücke machen wir noch einen Abstecher zum Lungkwitzer Rittergut, das nach Jahren des Verfalles nach 2011/12 zu Wohnungen ausgebaut wurde und nun in einem ansehnlichen Zustand ist.

Zurück über die Brücke setzen wir unsere Tour entlang des Lockwitzbaches in Richtung Kreischa fort. Nur etwa 100 m weiter fallen uns im Hang mehrere Löcher auf - die 5 Soldatenhöhlen. Zu Kriegszeiten fanden in diesen zunächst natürlich entstandenen Hohlräumen wohl einige Soldaten Unterkunft. Der Ursprung der Hohlräume war jedoch ein ganz anderer. Die Höhlen dienten dem Rittergut wahrscheinlich zu Lagerzwecken und wurden dafür künstlich vergrößert. Auch hier schauen wir uns noch kurz um.

Dann machen wir uns zum Endspurt auf. Nach 200 m erklimmen wir rechts eine kurze Treppe und biegen am oberen Ende links ab. Von hier gehen wir noch einmal 200 m auf der Straße, bevor wir unsere Schritte halbrechts in den Kurpark Kreischa lenken. Im Park laufen wir dann parallel zum Lockwitzbach. An den Gebäuden der alten Klinik kurz vor der Straße halten wir uns nochmal links. Am Rondell mit den Bänken haben wir unser Ziel dann wohl erreicht, denn der Wanderleiter stoppt die Karawane. Jetzt werden mit gönnerhafter Miene werden nun die Urkunden verteilt. So geht ein schöner Wandertag dem Ende endgegen. Am Ende gehen wir von hier mit der Hoffnung auseinander, dass es bis zur nächsten gemeinsamen nicht wieder so viel Zeit vergehen muss.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt

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Gänselieselbrunnen in Kreischa
Gänselieselbrunnen
in Kreischa

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Der Wilisch
Der Wilisch

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Die Gradmessungssäule auf dem Gipfel
Die Gradmessungssäule
auf dem Gipfel

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Teufelsmühle
Teufelsmühle

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Kroatenschlucht
Kroatenschlucht

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Wohnanlage Finckenfang
Wohnanlage Finckenfang

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Beeindruckender Rundblick auf dem Finckenfang
Beeindruckender Rundblick
auf dem Finckenfang

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Ehemaliges Rittergut Lungkwitz
Ehemaliges Rittergut
Lungkwitz

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Eingang zur Soldatenhöhle
Eingang zur
Soldatenhöhle