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Für den Tag ist sonniges Frühjahrswetter angesagt. Das steigert die allgemeine Wanderfreude in großen Teilen der Bevölkerung. Schmerzen in Kopf, Rücken, Knie & Co. lassen statistisch signifikant nach und müssen als Ausrede nicht herhalten. Auch bei den Wandervögeln zwitschert es heute intensiver. Diese treffen sich kurz vor 9 Uhr wie gewohnt am Bahnhof Niedersedlitz. Dort laufen die üblichen Rituale ab, wie die Einteilung der Kleingruppen und der betreute Erwerb von Fahrkarten. Schließlich steigen wir 9:09 Uhr, also quasi pünktlich, in die S-Bahn in Richtung Sächsische Schweiz. Bis zu unserem Ausstieg im Kurort Rathen hat es die Bahn geschafft, fast eine halbe Stunde Verspätung rauszufahren - sicher kein Rekord, aber doch beachtlich. Viel Zeit zum Sammeln bleibt auf dem Bahnsteig nicht. Wir wollen noch auf die andere Elbseite. Also auf zur Fähre! Die wollen wir nicht verpassen. Am anderen Ufer angekommen, müssen die Wanderleiter erstmal Bestandsaufnahme machen. Wieviele Personen sind wir eigentlich? Wir sind hier nicht gerade einsam. Das erschwert das Zählen zusätzlich. Erst das Aufstellen in einer Reihe führt den Zensus zum Erfolg. Immerhin 29 Wanderfreunde haben sich zusammengefunden. Diese Erkenntnis müssen wir nun noch dem Wirtshaus mitteilen, das wir zur Mittagszeit heimsuchen wollen. Dann kann es richtig losgehen. Wir gehen den Weg entlang des Grünbachs den Ort hinauf. An der nächsten Abzweigung wenden wir unsere Schritte nach links in Richtung Amselgrund. Bereits 60 m weiter biegen wir wieder nach links ab. Schon in der Einladung hatte der Wanderleiter darauf verwiesen, dass es heute eigentlich nur bergab geht. Deshalb ist es auch völlig unverständlich, dass nun die ersten Beschwerden kommen, es ginge angeblich kräftig bergan. Dieser Täuschung aufgesessen, werden auch die ersten schnaufenden Geräusche abgegeben. Dabei geht's nur rüber zur Bastei. Wir überqueren dann irgendwann die Basteibrücke, von der sich nach beiden Seiten schon mal ein toller Blick bietet. Schon bald darauf führen links an einer Mauer einige Stufen nach oben. Über diese gelangen wir dann ziemlich schnell zur Basteiaussicht. Dort ist heute richtig viel los. Stöckelschuhtouristen mischen sich in großer Zahl mit Wanderern. Den Wanderleitern macht es das nicht leicht, die Gruppe wieder zusammenzuführen. Alle anderen Wanderfreunde genießen jedoch einen beeindruckenden Blick ins Elbtal und auf alles, was aus Elbsandstein dahinter herausschaut. Unsere Tour setzen wir dann über die Terrasse zum Hotel fort. Wir kämpfen uns durch die Samstagsausflügler und gehen auf der Straße in Richtung Parkplatz. Gleich hinter den Gebäuden verlassen wir die Straße nach rechts und folgen dem zunächst parallel zur Straße verlaufenden Wanderweg mit der Markierung blauer Strich. Dieser führt uns dann in weitem Bogen nach rechts von der Straße weg. Nach 500 m erreichen wir eine Kreuzung, an der wir mit der Markierung rechts abbiegen. Noch einmal 300 m weiter zweigt halbrechts ein unmarkierter Pfad ab. Auf diesem gelangen wir zur Pavillonaussicht. Diese gewährt uns sozusagen einen Blick von hinten auf die Bastei. Wir finden, dass das hier ein guter Platz zum Rasten ist, und wir lassen uns zu einem zweiten Frühstück nieder. Nach etwa einer halben Stunde machen wir uns dann wieder auf die Socken. Wir kehren um und nehmen den rechten der beiden Wege. Dieser führt uns geradewegs zum Eingang in die Schwedenlöcher. Nun geht es bergab über Steine und Stufen. Auch das stellt sich als nicht ganz so einfach heraus. Unten im Amselgrund angekommen, müssen wir uns wieder sammeln. Die Letzten lassen so lange auf sich warten, dass die Wanderleiter beschließen, die Gruppe vorerst zu teilen, damit die Belegschaft des Wirtshauses nicht unötig lange auf uns warten muss. Der Wanderleiter wartet auf die Letzten. Frau Wanderleiterin übernimmt die Führung und eilt am Ende der Treppen nach rechts. Die Gruppe folgt ihr den Amselgrund talwärts. Am Beginn des Amselsees befindet sich eine Brücke, die den mit grünem Strich markierten Wanderweg über den Grünbach überführt. Links abbiegend folgen wir dem grünen Wanderweg in den Höllgrund hinein. Nach 450 m kürzen wir einen weiten Bogen, den der Weg beschreibt, über eine Treppe ab. Danach folgen wir weiter dem vor über 100 Jahren von sächsischen Pionier-Batallonen unter enormer Kraftanstrengung erbauten Pionierweg. Knapp 2 km weiter erreichen wir die Ziegenrückenstraße. Wir überqueren die Straße. Hinter dem Parkplatz führt der Weg weiter. Noch einmal 800 m weiter stoßen wir auf eine Kreuzung, an der wir uns rechts halten müssen. Jetzt sind es nur noch wenige Meter und wir gelangen über die Teufelsbrücke auf den Hockstein. Die Brücke macht den Weg auf den Hockstein seit 1843 zwar "gänzlich gefahrlos und bequem ... , doch kann man sich eines Schauers nicht erwehren, wenn man über die schmalen, aber festen und mit Geländer auf beiden Seiten versehenen Brücken die mehr als 100 Fuß tiefen Abgründe überschreitet." Natürlich wirkt das auch auf uns. Zeit für eine lange Rast haben wir auf dem Hockstein nicht. Doch für einen Blick nach Hohnstein gegenüber und einen weiteren tief hinunter ins Polenztal reicht es. Letzterer offenbart uns auch unser nächstes Ziel - das Wirtshaus. Von diesem trennt uns noch die Mühe des Abstieges durch die Wolfsschlucht. Da dieser über schmale Leitern hinab führt und ein Begegnungsfall durchaus problematisch sein kann, versucht Frau Wanderleiterin 5er-Gruppen einzuteilen und in die Schlucht zu schicken. Zum Teil gelingt ihr das sogar. Unten angekommen rücken dann alle ins Gasthaus Polenztal ein, wo sich schließlich die Wandergruppe in ihrer Gesamtheit wieder vereinigt. Etwa eineinhalb Stunden wird nun vom Personal des Gasthauses routiniert und freundlich alles, was das Herz begehrt, an Getränken und Essbarem aufgetragen. Zu meckern gibt es nichts. Im Gegenteil. Durch die Einkehr gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Wir folgen nun der Polenz talwärts. Auf dem parallel verlaufendem Polenztalweg durchqueren wir auf knapp 2,5 km das tief eingeschnittene Tal. Dann zweigt rechts ein rot markierter Wanderweg ab. Nach einem knackigen aber relativ kurzen Anstieg überqueren wir wieder die Ziegenrückenstraße. Auf der anderen Straßenseite führt der Weg hinter dem Parkplatz wieder bergab. Wir folgen dem roten Strich auf dem Füllhölzelweg. Nach etwa 100 m halten wir uns rechts und kürzen auf dem markierten Pfad eine lange Schleife des breiten Weges ab. Wieder auf dem breiten Füllhölzelweg gehen wir auf diesem knapp 600 m und eine ausschweifende Kehre weiter. Dann zeigt ein Wegweiser nach links in Richtung Gamrig. Also biegen wir links ab. Nach 180 m gabelt sich der Weg. Wir halten uns rechts. Noch einmal 250 m weiter auf dem Gamrigweg müssen wir uns erneut entscheiden. Hier biegen wir links ab. Jetzt dauert es nicht mehr lange, und wir erkennen den Aufstieg zum Gamrig. Ein Wegweiser schickt uns nach links die Stufen hinauf. Oben empfängt uns eine herrliche Aussicht über die umliegende Landschaft. Wir lassen uns auf dem Felsenplateau nieder und genießen die Aussicht und die Abendsonne. Aus den Rucksäcken werden noch die letzten Reserven geborgen. Einige Naschereien machen die Runde. Daneben wird auch ein belebender Kräutertrank in homöopathischen Dosen dargeboten und gern konsumiert. So lässt sich's leben! Gefühlt könnten wir hier noch Stunden in der Sonne sitzen. Allerdings beschleicht uns der Verdacht, dass diese irgendwann doch untergeht. Um dann nicht im Dunklen zu sitzen, steigen wir doch auf dem gleichen Weg ab. Unten an der Treppe wenden wir uns nach links und biegen gleich darauf scharf rechts in den talwärts führenden Weg ab. Nach 350 m bergab durch den Wald treten wir auf eine Lichtung und gehen weiter geradeaus am Waldrand. An den ersten Häusern halten wir uns links und stoßen am Orteingang von Rathen wieder auf den Füllhölzelweg. Wir folgen diesem die letzten Meter in den Ort und biegen dort rechts ab. Es folgt der Endspurt geradeaus durch Rathen bis zur Fähre. Hier haben wir Glück, und wir müssen nicht lange warten. Auch auf der anderen Elbseite dauert es am Bahnhof Rathen nicht lange bis der Zug kommt. Ein erlebnisreicher Tag geht nun zu Ende. Im Zug verteilt der Wanderleiter noch die obligatorischen Urkunden. Einigkeit herrscht unter den Teilnehmern, dass es wieder ein gelungener Tag war. |
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