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Da wir uns heute ausnahmsweise eine Rundtour vorgenommen haben, ist der Andrang am Treffpunkt Bahnhof Niedersedlitz um 8:30 Uhr nicht so überwältigend. Die Versuchung, mit dem Auto den Startpunkt zu erreichen, ist ziemlich groß. So ergibt sich auch keine Notwendigkeit, Kleingruppen zu bilden. Eine Viertelstunde später steigen 11 Wanderfreunde entspannt in die S-Bahn Richtung Hauptbahnhof. Dort heißt es Umsteigen. Kurz nach 9 Uhr sitzen wir dann im Zug nach Elsterwerda. Vier weitere Wanderfreunde sind noch hinzu gestoßen. Unser Fahrtziel liegt noch im Dresdner Stadtgebiet - der Haltepunkt Niederwartha. Nach dem Aussteigen glauben die Wanderleiter ihren Augen nicht trauen zu können. Die Gruppe der am Haltepunkt Wartenden ist größer als die der Mitgereisten. Egal wie oft man zählt, es werden nicht weniger als 34 Wanderfreunde, die sich heute eingefunden haben - Rekord. Einerseits freuen sich die Wanderleiter über den regen Zuspruch, andererseits sehen sie im Geiste schon die Wirtsleute in Schnappatmung verfallen. Gegen 9:30 Uhr geht's dann los. Vom Haltepunkt kommend gehen wir durch die Brücke und machen ein kleinen Bogen hinter dem Industriebetrieb entlang. Durch das Fährgässchen links gelangen wir zur B 6. Auf der anderen Seite folgen wir dem Grunaweg, der dort am Tännichtgrundbach entlang führt. Kurz vor der Brücke machen wir eine scharfe Linkskurve. Jetzt steigt der Weg ordentlich an. Wir erreichen die Hermann-Große-Straße und gehen weiter geradeaus. Nocheinmal einige Meter weiter biegen wir nach links in die Friedrich-August-Straße ab. Wir überqueren die Rohrbahn des Pumpspeicherwerkes, danach führt die Straße allmählich wieder bergab. Am Eingang zum Amselgrund stoßen wir wieder auf die B 6. Nun halten wir uns rechts, folgen jedoch nicht dem Weg in den Amselgrund sondern dem schmalen Pfad links davon. Diesem folgen wir hinein in den ehemaligen Cossebauder Park. Dieser wurde im Jahr 1896 durch den örtlichen Verschönerungsverein am Hang angelegt. Allerdings ist nicht mehr allzu viel von den angelegten Stiegen, Aussichtspunkten und Ruheplätzen zu erkennen. Gut erkennbar ist jedoch die Anstrengung des steilen Anstieges, nämlich am Schweiß auf unserer Stirn. Leicht außer Atem erreichen wir die Warmbergkuppe, auf der uns ein Gedenkstein für die Parkgründer erwartet. Als wir uns gesammelt haben, ziehen wir nach links vorbei an der ehemaligen Parkschänke weiter. Nachdem wir den Park verlassen haben, biegen wir links in die Straße Am Spitzberg ein. Am Ende der Straße halten wir uns am Gnomenweg nochmal links. Nach wenigen Meter stehen wir vor dem 1913 eingeweihten Bismarck-Denkmal auf der Herrenkuppe. Vor uns eröffnet sich ein wunderbarer Ausblick auf den unter uns liegenden Weinberg, das Elbtal und darüber hinaus. Neben dem Blick warten noch weitere Genüsse auf uns. Dem Thema der Wanderung angepasst, gibt es heute für alle ein Likörchen aus Weintrauben eigener Ernte. Aber damit nicht genug. Auf dem angeworfenen Kocher werden nun auch noch Eierkuchen für alle gebraten und wahlweise mit Apfelmus oder Nutella serviert - lecker. Nach einer reichlichen halben Stunde setzen wir die Tour fort. Wir verlassen das Rondell zurück in Richtung Gnomenweg, wenden uns aber gleich nach links und steigen auf der Treppe Richtung Süden zur Weinbergstraße hinunter. Unten angekommen biegen wir rechts ab und gehen wieder leicht bergan. Nach einer Linkskurve windet sich die Weinbergstraße gleich wieder nach rechts. In der Kurve zweigt links spitzwinklig die Krumme Gasse ab. Diese führt uns talwärts ins Lotzebachtal nach Cossebaude. Am unteren Ende stoßen wir auf die Talstraße, der wir nun nach rechts für 1,2 km wieder aufwärts folgen. Wir ziehen vorbei an den Cossebauder Weinbergen. Dann erkennen wir auf der rechten Seite ein oranges Haus mit Ecktürmchen. An der Tür in der Mauer lehnt der Besen und zeigt so an, dass man hier einen Schluck des einheimischen Weines probieren kann. Eigentlich ist dies am Wochenende erst ab 14 Uhr möglich, doch wir werden erwartet, deshalb steht für uns schon kurz nach 11 Uhr die Tür der Besenwirtschaft Kiehle offen. Nachdem uns Frau Kiehle herzlich begrüßt hat, erfahren wir, dass wir 2 Jahrgänge des Ruländers aus eigener Ernte verkosten werden. Das Ganze passiert in einer gemütlichen und entspannten Atmosphäre. Da dann aber leider die Zeit fehlt, noch ein Glas Rotwein an alle auszuschenken, spendiert Frau Wanderleiterin kurzerhand ein Fläschchen davon. Das gibt allen die Gelegenheit, sich schnell noch die Zunge damit zu benetzen. Nach einer kurzweiligen Stunde schieben die Wanderleiter die ganze Gesellschaft aus dem Garten. Wir haben heute noch mehr Termine. Wirgehen die Talstraße noch ein paar Meter hinauf und biegen dann rechts in die Hässige Straße ein. Nach etwa 100 m bemerken wir rechts das alte Herrenhaus, ursprünglich Weinschänke des Kurfürsten und Sitz eines Weinguts. Genau gegenüber zweigt ein Wanderweg über eine Brücke ab. Diesem Weg mit dem Namen Katzensprung folgen wir nun und überwinden dabei auf wenigen hundert Metern über 60 Höhenmeter. Oben treffen wir auf die Rudolf-Förster-Straße, in die wir nach rechts einbiegen. Nunmehr in Oberwartha angekommen ziehen wir am Torgerhof vorbei zum Dorfplatz vor dem verfallenen Brauschenkengut, das ehemals das Zentrum des Dorfes darstellte. Am Dorfplatz finden wir auch die ca. 400 Jahre alte Gerichtslinde. Hinter der Linde gehen wir noch 150 m geradeaus auf der Gustav-Voigt-Straße und biegen dort nach rechts auf den Fuchslochweg ab. Wir überqueren die Rohrbahn des Pumpspeicherwerkes, die hier aus dem Untergrund zu Tage tritt und folgen dem Weg für 500 m bis zu einer Kreuzung. Dort halten wir uns links und passieren kurz darauf den Rastplatz an den Fünf Brüdern. Dabei handelt es sich um 5 Esskastanienbäume. Der Sage nach zogen 5 Brüder aus, um ihre Schwester zu suchen, welche beim Baden von einem Drachen geraubt wurde. Im Kampf tötete der Drachen die Brüder. Dem Mädchen gelang die Flucht und sie pflanzte zum Andenken an ihre Brüder eben jene Esskastanien. Nach den Bäumen fällt der Weg ziemlich steil in den Tännichtgrund ab. Auf der Talsohle angekommen, gehen wir noch einige Meter parallel zum Bach entgegen der Fließrichtung. Dann erkennen wir eine mit Steinen ausgelegte Furt durch den Bach. Wir wechseln auf die andere Seite und halten uns links. Eigentlich müssen wir nach knapp 100 m scharf rechts den Berg hinauf, aber der Wanderleiter pennt und lässt die ganze Truppe erstmal 100 m weiter in die falsche Richtung laufen. Nach Korrektur des Fehlers steigen wir dann den Berg hinauf und ändern schon nach 50 m an der nächsten Wegkreuzung unsere Gehrichtung wieder scharf nach links. Jetzt folgen wir dem Weg, bis wir aus oben aus dem Wald heraustreten und über Wiesen auf einen Sportplatz zulaufen. Vor uns liegt nun der Ort Weistropp. Um den Sportplatz geht es in einer Linkskurve herum. Gleich dahinter biegen wir rechts ab und gehen die Straße bis ans Ende. Hier halten wir uns wieder links und erreichen kurze Zeit später den Dorfplatz. Von dort sind es noch 100 m geradeaus, dann wird rechts etwas abseits der Straße ein Gehöft sichtbar. Der Schaukasten an der Zufahrt verrät uns, dass es sich um das Weingut Wellhöfer handelt. Hier sind wir angemeldet. Das Hoftor steht offen und wir treten ein. Herr Wellhöfer erwartet uns schon. Wir lassen uns an den Tischen im Hof nieder und warten mal, was auf uns zukommt. Natürlich ist da der Wein als erstes zu nennen. Aber es sind auch viele interessante Informationen zu Wein und Weingut, mit denen uns der Chef versorgt. Und die Krönung sind die leckeren Schnittchen, die sich jeder mit dem Aufstrich seiner Wahl versehen kann. Nach eineinhalb Stunden müssen wir uns dann verabschieden. Zuvor findet noch die eine oder andere Flasche den Weg in die Rucksäcke. Wir gehen zurück zur Straße, überqueren diese und steigen auf der anderen Seite die Treppe hinunter. Nach Durchquerung des Tälchens geht es auf der anderen Talseite wieder hinauf in Richtung Kirche. Auf der Kirchstraße passieren wir die Kirche. An der nächsten Kreuzung entscheiden wir uns, geradeaus weiter zu gehen und auf der Allee den Ort zu verlassen. Auch an der Kreuzung hinter dem Ort ändern wir unsere Richtung nicht. Wir ziehen auf dem unbefestigten Weg weiter. Dieser beschreibt nach einigen Metern eine Rechtskurve. Jetzt führt der Weg an einer Baumreihe parallel zu mehreren Fischteichen talwärts. Zwischendurch versperrt uns ein Weidezaun den ungehinderten Durchgang. Aber natürlich kann uns so ein kleines Hindernis nicht aufhalten. Ein Stück weiter erreichen wir dann ein Waldstück. Nach einer Linkskurve sehen wir die ersten Gebäude. Bei erster Gelegenheit biegen wir beobachtet von einer Ziege rechts ab. Vorbei an einem Wirtschaftgebäude ziehen zu einer Brücke, wo wieder eine Straße beginnt. Wir haben nun Kleinschönberg erreicht. An den nächsten beiden Kreuzungen halten wir uns rechts und überqueren die alte Steinbogenbrücke über den Prinzbach. An der dahinter liegenden Kreuzung wenden wir uns nach links in Richtung Constappel. Der Straße An der Schiebockmühle folgen wir nun für ca. 1 km. Nach einem Blick auf den rebenbestandenen Kleinschönberger Steinberg ziehen wir an der Ruine der Schiebockmühle vorbei. Etwa 300 m danach führt die Straße über eine Brücke. Direkt dahinter verlassen wir die Straße nach rechts. Parallel zum Graben gehen wir zum Waldrand hinüber. Dort treffen wir auf einen Weg, der nun am Hang des Gohlberges bergan führt. Ein letztes Mal wird es heute anstrengend. Wir überwinden etwa 60 Höhenmeter. Im oberen Bereich erkennen wir links zahlreiche Mauerreste - Relikte des Weinbaus in dieser Gegend. Nach ca. 750 m stoßen wir wieder auf eine Straße. Nun gehen wir erneut auf Weistropp zu. Es gibt Wanderfreunde, denen es tatsächlich auffällt, dass wir heute schon mal in dieser Gegend waren. Der Wanderleiter ignoriert jedoch routiniert alle unqualifizierten Äußerungen zu diesem Thema. Nach wenigen Metern auf der Straße, direkt hinter der Einmündung, verlassen wir die Straße wieder nach links. Über die Wiese gehen wir auf den Mast am Waldrand zu. Dort angekommen, stoßen wir wieder auf einen Weg, dem wir nach links folgen. Auf den nächsten Metern gabelt sich der Weg. Geradeaus geht es in ein Anwesen hinein, rechts führt ein Weg zurück zum Weistropper Schloss. Wir nehmen halbrechts den Weg, der längs des beginnenden Tales verläuft. Das Tal heißt Kleditzschgrund. Der Weg hindurch leitet uns nun etwa 1 km durch den Wald dem Elbtal entgegen. Dann passieren wir einige Grundstücke. Am Ende des Zaunes schlagen wir einen kleinen Haken nach links und legen die letzten Meter talwärts bis zur B 6 zurück. Jetzt ist Aufmerksamkeit gefragt. Nach der Ruhe und Abgeschiedenheit des Grundes müssen wir beim Überqueren der Straße hellwach auf den den Verkehr achten. Wir gehen einige Meter nach rechts bis zum Ende der Grundstücke. Entlang des Zaunes entfernen wir uns von der Straße in Richtung Elbe. Das letzte Stück bis Niederwartha legen wir auf dem Elberadweg zurück. Am Beginn der Ortslage Niederwartha folgen wir einer Rampe wieder hinauf zur Bundesstraße und wechseln noch einmal die Straßenseite. Auf dem Fußweg gelangen wir zum Gasthof Niederwartha. Im historischen Gebäude befindet sich das Ristorante Da Remi. Wir sind zwar hier beim Italiener angemeldet, allerdings haben wir uns ziemlich verspätet. Das Personal macht keinen Hehl aus seiner Verärgerung darüber. Aber nach einigen Irritationen beruhigen sich die Gemüter und wir werden im Hochzeitssaal des Hauses plaziert. In Wanderkluft auf Stühlen mit Hussen zu sitzen, ist zwar ein wenig gewöhnungsbedürftig, doch wir meistern auch diese Herausforderung. Das schmackhafte Essen hilft dabei durchaus. In vornehmer Atmosphäre lassen wir den Tag gemütlich ausklingen. Ohne die obligatorische Teilnahmeurkunde und den anerkennenden Händedruck des Wanderleiters geht natürlich auch heute keiner nach Hause. Erst als alle das Papier in den Händen halten, kann sich die Gesellschaft auflösen. Viele haben ihr Auto auf dem Parkplatz neben dem Gasthof stehen. Der Rest steigt gemeinsam wieder in den Zug Richtung Hauptbahnhof. |
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