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Tourkarte Herbst 2015

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Von der Wesenitz zum Königlichen Weinberg

Heute treffen wir uns später als sonst. Erst 9:30 Uhr haben die Wanderleiter zum Bahnhof Niedersedlitz geladen. Das ist ganz offensichtlich auch der Grund, warum die meisten Wanderfreunde sich heute schon vor der verabredeten Zeit am Treffpunkt einfinden. Nach dem zurückliegenden kühlen und feuchten September ist für heute bestes Wanderwetter angesagt. So verwundert es nicht wirklich, dass es an diesem Tag sehr viele Unternehmungslustige an die frische Luft zieht, zumal an diesem Feiertag auch die beliebte Shoppingalternative wegfällt. Das bekommen wir dann in der S-Bahn mit aller Macht zu spüren. Schon das Einsteigen wird zum ersten Abenteuer. Die Bahn ist extrem voll. Doch wir schaffen es mit etwas sanftem Druck, dass keiner auf dem Bahnsteig zurückbleiben muss. Zum Glück liegt uns Ziel heute nicht in der Sächsischen Schweiz, so dürfen wir den Zug bereits in Pirna verlassen. Das Aussteigen gleicht einer Niederkunft, Körperteil für Körperteil wird die Wandergruppe aus dem Fahrzeug gepresst. Auf dem Weg zum Busbahnhof genießen wir unser wiedergewonnenes Leben. Wenige Minuten später sitzen wir dann mit angenehm viel Platz im Bus in Richtung Stolpen. Dieser bringt uns entspannt nach Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Wir verlassen den Bus an der Haltestelle Dittersbach Markt.

Nachdem wir uns und unser Gepäck geordnet haben, kann es dann losgehen. Wir biegen nach rechts auf die Hauptstraße ein und gehen auf dem Fußweg bis zur Kirchenpforte. Neugierig wagen wir einen Blick durchs Tor. Heute wird hier Erntedankfest gefeiert. Die offene Tür gibt uns die Gelegenheit, die Kirche auch von innen zu besichtigen. Und das lohnt sich. Immerhin beherbergt die Kirche eine Silbermann-Orgel und ist trotz ihres Alters (Baujahr 1660) in einem sehenswerten Zustand, sowohl innen als auch außen. Wir halten uns eine Weile im Gebäude auf, bevor der Wanderleiter zum Aufbruch bläst.

So gehen wir die Straße noch ein Stück weiter bis zum Wendeplatz. Hier biegen wir scharf nach rechts ab. Am Wegweiser finden wir zum ersten Mal die Wegmarkierung mit dem blauen Punkt. Diese wird uns nun für eine Weile begleiten. Der Weg führt zunächst in den Wald hinein. Wir orientieren uns immer an der rechts des Weges fließenden Wesenitz. So gelangen wir ziemlich schnell zu einer kleinen Brücke über den Fluss. Die Brücke ist der Zugang zum auf der anderen Seite liegenden Schlosspark von Dittersbach. Da wir neugierig sind, überqueren wir den Fluss. Im Park fallen uns besonders die beiden wieder aufgestellten Figuren der Nymphe sowie der Jagdgöttin Diana ins Auge. Den Platz vor der Diana nutzen unsere Freiberger Wanderfreunde für einen ersten Festakt zum heutigen 15-jährigen Jubiläum. Fast auf den Tag genau vor dieser Zeit haben die Wanderleiter die erste Wanderung organisiert. Dieser Umstand überschattet von nun an die heutige Veranstaltung erheblich. Es folgen peinliche Szenen, in denen zunächst der Wanderleiter auf einen noch nicht wieder benutzten Denkmalsockel gehievt wird. Das verwirrt einige Mitwanderer und spornt sie zu einer weiteren fragwürdigen Aktion an. Diese gipfelt in einer etwas behäbig wirkenden Hebefigur, durch die auch Frau Wanderleiterin völlig unabhängig davon, ob sie das auch will, auf den Sockel gelangt.

Nach einem wahren Blitzlichtgewitter ist der Spuk auch schnell wieder vorbei. Wir verlassen den Park wieder über die Brücke und folgen weiter dem Wesenitztalweg parallel zum Fluss. Vorbei an einem ehemaligen Steinbruch erreichen wir nach einer Weile die Ortschaft Elbersdorf. Direkt neben dem Rastplatz an der Feuerwehr führt eine Brücke über die Wesenitz. Über diese gelangen wir ans andere Ufer, wo wir uns erst links halten um dann gleich rechts in spitzen Winkel in den steil bergan führenden Weg einzubiegen. Oben an der Bergstraße angekommen wenden wir uns nach links. Wenige Meter weiter zweigt dann der Wanderweg wieder rechts von der Straße ab. Wir folgen dem Weg, bis wir wieder eine Straße erreichen. Dort halten wir uns links. An der nächsten Kreuzung gehen wir geradeaus weiter in den Weg hin. Auch diesem folgen wir bis zur nächsten Straße. Dort geht's wieder nach links. An den nächsten beiden Abzweigungen müssen wir uns noch nach rechts orientieren, dann haben wir das erste Ziel des Tages erreicht - die Schöne Höhe. Zunächst freuen wir uns nun auf das Mittagessen, das wir von unterwegs schon telefonisch geordert haben. Bereits in Pirna hatten die Wanderleiter eine von den Wirtsleuten übermittelte Tageskarte aus der Tasche gezogen, von der die Wanderfreunde nach Herzenslust bestellen konnten. Jetzt werden wir sehen, ob alles richtig übermittelt wurde. Fazit am Ende: alles hat prima geklappt. Und geschmeckt hat's obendrein auch noch.

Nach dem Essen nutzen wir die Gelegenheit zu einer Führung im Belvedere neben der Gaststätte. Der einstige Dittersbacher Gutsbesitzer Quandt hatte das Belvedere als glühender Goethe-Verehrer erbaut, um dort seinem Idol schon zu Lebzeiten ein Denkmal zu setzen. Die bestellten 20 min für den Vortrag sind schon lange vorbei, als der freundliche Herr vom Quandt-Verein durch die Frage des Wanderleiters, wer denn eigentlich dieser Goethe war, jäh eingebremst wird. Nach seinem Vortrag wagen wir noch einen Blick vom Dach des Hauses auf die Umgebung. Der schöne Ausblick lohnt die Mühe des Aufstieges.

Die übergroße Mehrheit der Wanderfreunde steigt danach zufrieden wieder vom Turm herab. Einzelne Damen finden es allerdings aufregend, sich für eine Weile im Gebäude einschließen zu lassen, was den Fortgang der heutigen Veranstaltung in der Folge noch etwas bremst. Aber wir schaffen es dann doch, vollständig das Gelände zu verlassen. Direkt vor dem Belvedere führt ein schmaler Weg bergab. Nach wenigen Metern stoßen wir auf den quer verlaufenden Wanderweg und biegen in diesen nach rechts ein. Schon 130 m weiter stoßen wir auf eine Wegkreuzung, wo wir uns links halten. Von nun an orientieren wir uns an der Wegmarkierung mit dem grünen Strich. Für die nächsten 2 km folgen wir dem Weg immer geradeaus meist am Waldsaum entlang über die Ausläufer des Kohlberges bis hinunter nach Wünschendorf. An der Kleingartenanlage endet der Weg. Wir wenden uns kurz nach links und danach nach rechts und gelangen so zur Kohlbergstraße. Hier weist uns der grüne Punkt den Weg nach rechts. Etwa 150 m weiter biegt der Wanderweg direkt hinter einer Hausecke wieder nach links ins Tal ab. Eine kurze Treppe entlässt uns kurz danach auf die Ringstraße. Wir halten uns rechts und biegen nach wenigen Schritten wieder nach links ab, um so bis auf den Talgrund zu gelangen. Unten biegen wir erneut links ab und gehen ca. 120 m bis zum Ende des langgestreckten Flachbaus, um uns dort nach rechts zu wenden. Es geht wieder bergan und nach 130 m stehen wir an der Hauptstraße. Hier ist außerordentlich Vorsicht geboten, denn wir müssen die Straße an einer unübersichtlichen Stelle überqueren, an der die Autofahrer nicht unbedingt mit Wandersleuten rechnen. Wir meistern die Aufgabe und gehen auf der anderen Straßenseite weiter bergan, so dass wir schon nach wenigen Schritten auf die Doberbergstraße stoßen. Hier fällt den Wanderfreunden ein grünes Fahrzeug ins Auge, dessen Insassen offensichtlich zur Kontaktaufnahme bereit sind. Nach wenigen Augenblicken ist dann klar, dass es sich hier um eine Art Catering-Service handelt. Frau Wanderleiterin verteilt reihum einige Flaschen und Kuchenformen zwecks manuellen Weitertransportes. Das ist schnell erledigt und so folgen wir nach wenigen Minuten wieder dem einige Meter weiter links immer noch bergan führenden Wanderweg. Beflügelt durch die Aussicht auf ein phänomenales Picknick fliegt die Wandergruppe hinauf auf den Gipfel des Doberberges. Gleich hinter der Gedenkstätte befindet sich eine kleine Hütte. Hier richten wir uns nun häuslich ein. Alle fassen mit an. Sektkorken knallen. Springformen springen oder auch nicht. Der Festakt zum 15-jährigen nimmt seinen Lauf.

Als wir weiterziehen, folgen wir dem "grünen" Weg auf dem Kamm noch etwa 300 m. An der Wegkreuzung nach einer Geländewelle biegen wir mit der Markierung links ab. So tauchen wir ein in das große Waldgebiet an den Borsberghängen. Auf den kurfürstlichen Jagdwegen überqueren wir, immer geleitet vom grünen Strich, die Hohen Brücken. Auf verschlungenen Wegen geht es grundsätzlich immer geradeaus. Lediglich an einer Wegkreuzung nach den Brücken müssen wir auf den Wegweiser achten und rechts abbiegen. Es folgt noch einiges Auf und Ab. Irgendwann erreichen wir einen breiten Fahrweg. Hier verlassen wir die grüne Wegmarkierung und folgen dem breiten Weg nach rechts über den Höhenrücken hinauf nach Zaschendorf. Wir durchqueren den Ort bis zur Kreuzung mit der Straße Am Triebenberg. Dort halten wir uns links. Auf der Straße gehen wir nun etwa 600 m, bis wir den Abzweig einer Schotterstraße erreichen. Zwei Wege bilden dort ein Dreieck. Auf dem mit rotem Punkt markierten Weg verlassen wir die Straße nach links. Noch ein paar Schritte bergan und wir befinden uns auf dem Borsberg. Das einst so idyllisch gelegene Berggasthaus wird heute als Privatwohnsitz genutzt, dessen Eigentümer außerordentlich großen Wert auf die deutliche Signalisierung der Grenzen ihres Besitzes legen. Deshalb ist die Gradmessungssäule mit der Gedenktafel für den Vater der mitteleuropäischen Gradmessung in Sachsen Christian August Nagel fast schon ein bisschen schwer zu finden. Wir quetschen uns zwischen Zaun und Säule und der Wanderleiter gerät als Vermesser etwas ins Schwärmen ob der Ingenieurleistung des Herrn Nagel, für welche die Säule ein steinernes Zeugnis darstellt.

Nachdem die Wandergruppe dies einige Zeit tapfer ertragen hat, setzen wir die Tour fort. Direkt vor der Gradmessungssäule führt der Wanderweg steil bergab. Wir gehen immer geradeaus bis zur Lichtung. Dort treffen wir wieder auf den von links kommenden Wanderweg mit dem grünen Strich, in den wir nach rechts einbiegen. Für knapp 2 km folgen wir nun dem grün markierten Jagdweg. In einer langgezogenen Linkskurve (etwa 100 m bevor der Jagdweg die Wünschendorfer Straße kreuzt) entdecken wir dann einen steil bergab führenden Pfad, auf dem wir oberhalb von Schneiders Delle den Leitenweg über dem Königlichen Pillnitzer Weinberg erreichen. Hier bietet sich uns ein ausgesprochen schöner Blick über die Pillnitzer Kulturlandschaft und darüber hinaus über die Elbe bis zum Erzgebirge. Wir lassen das eine Weile auf uns einwirken und setzen uns einige Minuten später wieder nach rechts in Bewegung. Am Ende der Weinbergsmauer hält die heutige Jubiläumstour noch einen letzten Höhepunkt für uns bereit. Wir treten durch die geöffnete Pforte in den Weinberg. Hier befindet sich einer der Lieblingsplätze der Wanderleiter - der Weinausschank von Familie Rogge. Mit der mächtigen Weinbergsmauer im Rücken und der herrlichen Landschaft im Blick genießen wir einige Tropfen vom Weißen Burgunder, der an diesem Wohlfühlort gewachsen ist. Dies ist der würdige Abschluss eines gelungenen Tages, denkt sich der Wanderleiter, als er den anderen Wanderfreunden die Teilnahme-Urkunden überreicht. Dabei hat er das Gefühl, dass er mit dieser Meinung nicht allein dasteht.

Irgendwann muss es dann aber sein - wir machen uns auf den Heimweg. Den beginnen wir über Wünschendorfer Straße, An der Schäferei und Orangeriestraße. Am Ende des Schlossparkes biegen wir von der Straße nach links ab und ziehen über den Fußweg in Richtung Fähre. Hier endet unsere Tour. Mit den verschiedensten Verkehrsmitteln streben von da aus alle ihrer Heimat zu.

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Die Dittersbacher Kirche
Die Dittersbacher Kirche


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Nymphe im Dittersbacher Park
Nymphe
im Dittersbacher Park


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Belvedere auf der Schöne Höhe
Belvedere
auf der Schöne Höhe


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Rastplatz auf dem Doberberg
Rastplatz
auf dem Doberberg


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Blick vom Doberberg in die Sächsische Schweiz
Blick vom Doberberg
in die Sächsische Schweiz


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Eine der Hohen Brücken
Eine der Hohen Brücken


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Die Gradmessungssäule auf dem Borsberg
Die Gradmessungssäule
auf dem Borsberg


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Der Königliche Pillnitzer Weinberg
Der Königliche
Pillnitzer Weinberg


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Sonnenuntergang auf dem Weinberg
Sonnenuntergang
auf dem Weinberg